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Insolvenzvergleichsanalyse 1. Halbjahr 2007 / 2006 für die Region Trier (ehem. Regierungsbezirk Trier)

Weiterer Rückgang der Unternehmensinsolvenzen in der Region Trier - Trotz Anstieg der Verbraucherinsolvenzen Region besser als der Bundestrend

Trier, 12.07.2007

Creditreform Trier hat für das erste Halbjahr 2007 die Insolvenzentwicklung in der Region Trier (ehem. Regierungsbezirk Trier) untersucht und mit dem gleichen Vorjahreszeitraum verglichen. Berücksichtigt wurden dabei die eröffneten Insolvenzverfahren sowie die Ablehnungen mangels Masse.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in der Region Trier ist auch im 1. Halbjahr 2007 weiter angestiegen. Mit einer Steigerungsrate von +16,8 % liegt dabei die Region jedoch etwas besser als der Bundestrend (+18,21 %). Bundesweit waren im 1. Halbjahr 2007 rund 51.600 Privatinsolvenzen zu verzeichnen. Im Bereich der Firmeninsolvenzen ist mit -14,00 % weiterhin ein erfreulicher Rückgang zu vermelden. Insgesamt gab es im 1. Halbjahr deutschlandweit 14.100 Unternehmensinsolvenzen (-14,29 %); damit liegt die Region voll im Bundestrend.

Am erfreulichsten ist der Rückgang im Bereich Bau- und Baunebengewerbe mit -50,00 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Bundesweit sank die Zahl der Insolvenzen in dieser Branche um 21,1 %. Dabei profitiert der Bereich Bau- und Baunebengewerbe sicherlich auch durch die weitere Entwicklung in Luxemburg, in Luxemburg selbst, aber auch durch den Wohnraumbedarf der Pendler auf deutscher Seite in der Grenznähe zu Luxemburg.

Am stärksten von Firmenpleiten betroffen ist nach wie vor die breit gefächerte Dienstleistungsbranche mit 46 Insolvenzen in der Region. Trotzdem ist auch hier mit -19,80 % ein Rückgang zu verzeichnen. Der Rückgang im Bereich des Handels liegt bei -17,93 %. Demgegenüber hat jedoch das produzierende Gewerbe als einzige Branche mit genau einem Drittel einen deutlichen Zuwachs zu verspüren, wobei sich hier besonders die Insolvenzen der Tectro Gruppe und von vier Windenergieunternehmen bemerkbar machen.

Trotz weniger Insolvenzen sind bei den betroffenen Unternehmen höhere Umsatzvolumina und Arbeitsplätze betroffen. Mit einem Umsatzvolumen von rund 85 Mio. € im 1. Halbjahr 2007 ist gegenüber 2006 mit rund 45 Mio. € eine deutliche Steigerung zu verzeichnen. Bundesweit war hier ein Rückgang von 14,3 % festzustellen. Auch im Bereich der von einer Insolvenz betroffenen Arbeitsplätze haben sich die Zahlen nahezu verdoppelt. Sowohl im Bereich Umsatz als auch Arbeitsplätze beeinflusst unter anderem die Insolvenz der Tectro Gruppe merklich das Zahlenwerk. Hier sei jedoch anzumerken, dass durch den zwischenzeitlich gelungenen Verkauf der Tectro Gruppe wohl mindestens 150 Arbeitsplätze und auch der Umsatz der Region erhalten bleiben.

Die Zahl der Insolvenzen im Bereich der ehemals Selbständigen liegt im 1. Halbjahr 2007 bei 42 (Vorjahr 49).

Bundesweit waren in Deutschland in den ersten sechs Monaten rund 51.600 Verbraucherinsolvenzen zu verzeichnen. Dies bedeutet ein Plus von 18,21 %. Mit einem Zuwachs von 16,58 % liegt die Region Trier damit etwas besser als der Deutschlandtrend. Insgesamt waren in der Region im 1. Halbjahr 232 Privatinsolvenzen zu verzeichnen (nicht berücksichtigt hierbei sind vorgelagerte Schuldenbereinigungsverfahren als Vorstufe des Restschuldbefreiungsverfahrens). Die meisten Verbraucherinsolvenzverfahren waren zu verzeichnen im Kreis Bitburg-Prüm (61) und in der Stadt Trier (58), gefolgt von den Kreisen Bernkastel-Wittlich (48) und Trier-Saarburg (38). Die wenigsten Privatinsolvenzverfahren gab es im Kreis Vulkaneifel (Daun) mit 27 Privatinsolvenzen.

Bis Ende 2007 wird im Bereich der Unternehmensinsolvenzen wohl auch Dank der Konjunkturlage weiterhin mit einem Rückgang der Pleiten zu rechnen sein.

Anders dürfte es allerdings bei den Verbraucherinsolvenzen aussehen, auch wenn mittelfristig Rückgänge zu erwarten sind. Dies wird jedoch größtenteils an den beabsichtigten Änderungen der Insolvenzordnung im Bereich Verbraucherinsolvenz und Restschuldbefreiung liegen. Langwierige und auch wegen der Nullquote überflüssige Verbraucherinsolvenzverfahren sollen dabei wegfallen und durch ein Entschuldungsverfahren für „mittellose Schuldner“ ersetzt werden. Dieses Verfahren wird für die betroffenen Schuldner wesentlich langwieriger sein, denn die Entschuldung soll erst nach acht Jahren erfolgen, im Gegensatz zum Restschuldbefreiungsverfahren mit sechs Jahren weitere Einschränkungen wie, fehlender Vollstreckungsschutz oder auch nur Befreiung von Forderungen, die der Schuldner selbst benennt, sind geplant.
Vor Änderung des Verbraucherinsolvenzrechts kann daher mit einer Welle weiterer Anträge gerechnet werden.

Die Detailzahlen zum Bereich der Firmeninsolvenzen (einschließlich Branchen-aufteilung, Aufteilung nach Gerichtsbezirken, betroffenem Gesamtumsatz und betroffener Arbeitsplätze), der Insolvenzen ehemals Selbständiger und der Verbraucherinsolvenzen entnehmen Sie bitte den anliegenden Tabellen im Downloadbereich rechts.

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