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Insolvenzvergleichsanalyse 1. Halbjahr 2008 / 2007 für die Region Trier (ehem. Regierungsbezirk Trier)
Insolvenzvergleichsanalyse 1. Halbjahr 2008 / 2007 für die Region Trier (ehem. Regierungsbezirk Trier)
Unternehmens- und Privatinsolvenzen rückläufig – Entwicklung der Region im Bundestrend
Trier, 14.07.2008
Creditreform Trier hat für das erste Halbjahr 2008 die Insolvenzentwicklung in der
Region Trier (ehem. Regierungsbezirk Trier) untersucht und mit dem entsprechenden
Vorjahreszeitraum verglichen. Berücksichtigt wurden dabei die eröffneten
Insolvenzverfahren sowie die Ablehnungen mangels Masse.
Mit einem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2008 um 5,81
Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres und einem
Rückgang der Privatinsolvenzen im gleichen Zeitraum von 7,33 Prozent liegt die Region
Trier ganz nah an der bundesweiten Insolvenzentwicklung. Deutschlandweit war im
ersten Halbjahr bei den Firmenpleiten ein Rückgang um 5,14 Prozent und bei den Privaten
um 7,23 Prozent zu verzeichnen.
Mussten im ersten Halbjahr 2007 noch insgesamt 86 Firmen den Weg zum
Insolvenzgericht gehen, so waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur
noch 81. Die meisten Unternehmensinsolvenzen waren dabei mit 33 Pleiten wie im
Vorjahr im Kreis Bernkastel-Wittlich zu vermelden, gefolgt vom Kreis Trier-Saarburg
mit 18 Insolvenzen und der Stadt Trier (17). Die wenigsten Firmenpleiten hatten die
Kreise Vulkaneifel (Daun) mit 4 und Bitburg-Prüm mit 9 Insolvenzen zu verzeichnen.
Trotz des Rückgangs der Unternehmensinsolvenzen waren gegenüber dem Vorjahr
im ersten Halbjahr rund 300 Arbeitsplätze mehr von den Pleiten tangiert (insgesamt
1.062).
Die größten betroffenen insolventen Arbeitgeber sind hierbei die Glas- und
Gebäudereinigung Sommer (mit Catering-Betrieb) in Dudeldorf mit rund 350
Mitarbeitern (wenn auch vornehmlich Teilzeitkräfte), die Hochwald Türenwerke in Kell
mit 130 Arbeitnehmern sowie die bks label (Druckereibranche) in Wittlich mit etwa
110 Gehaltsempfängern.
Die dicksten Umsatzschäden dürften sicherlich die Hochwald Türenwerke mit einem
Jahresumsatz von 16,5 Mio. Euro und die bks label in Wittlich mit 15,5 Mio. Euro
hinterlassen.
Wirft man einen Blick auf die Branchenverteilung der Unternehmensinsolvenzen, so
ist festzustellen, dass die deutlichsten Rückgänge im Bereich des verarbeitenden
Gewerbes zu finden sind (- 58,33 Prozent). Allerdings waren hier mehr Arbeitsplätze und
auch höhere Umsatzvolumina betroffen.
In der Baubranche ist zwar kein Rückgang der Anzahl der Insolvenzen zu vermelden,
jedoch sind wesentlich weniger Arbeitsplätze (rund 200 weniger gegenüber dem
Vorjahr) und auch wesentlich weniger Umsatzverluste (minus rund 17 Mio. Euro) zu
verzeichnen. Hieraus folgt, dass vor allem kleinere Betriebe aus der Baubranche von
Pleiten betroffen waren.
Die Zahl der Insolvenzen im Bereich der ehemals Selbstständigen liegt im 1. Halbjahr
2008 bei 41 (Vorjahr 42). Auch hier ist weiterhin ein leichter Rückgang in den letzten
beiden Jahren zu verzeichnen.
Erfreulicherweise ist sowohl bundesweit als auch in der Region Trier im ersten
Halbjahr 2008 im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum ein Rückgang bei den
Privatinsolvenzen zu vermelden.
Bundesweit waren in Deutschland in den ersten sechs Monaten 48.350
Verbraucherinsolvenzen zu verzeichnen (Vorjahr 52.120). Dies bedeutet einen
Rückgang um 7,23 Prozent. Mit einem Minus von 7,33 Prozent liegt die Region Trier damit im
Bundestrend.
Insgesamt waren in der Region im 1. Halbjahr 215 Privatinsolvenzen (Vorjahr 232) zu
verzeichnen (nicht berücksichtigt hierbei sind vorgelagerte Schuldenbereinigungsverfahren
als Vorstufe des Restschuldbefreiungsverfahrens).
Die meisten Verbraucherinsolvenzverfahren waren zu verzeichnen in der kreisfreien Stadt Trier
(84) und im Kreis Bernkastel-Wittlich (48), gefolgt von den Kreisen Trier-Saarburg
(38) und Bitburg-Prüm (34). Die wenigsten Privatinsolvenzverfahren gab es erneut im
Kreis Vulkaneifel (Daun) mit nur 11 Privatinsolvenzen.
Ob bis Ende des Jahres im Bereich der Unternehmensinsolvenzen weiterhin mit
einem Rückgang der Pleiten zu rechnen ist, kann angezweifelt werden.
Als dramatischste Auswirkung der aktuellen Rekordpreise an den Rohstoff- und
Energiemärkten droht die Schließung von Unternehmen. Nach einer bundesweiten
Creditreform Umfrage stehen bereits jetzt 1,5 Prozent aller kleinen und mittleren Unternehmen vor der Geschäftsschließung.
Das entspricht einer Zahl von 51.000
Betrieben in ganz Deutschland. Allein im Einzelhandel befürchten 15.000
Firmeninhaber (3,2 Prozent), das Geschäft aufgeben zu müssen. Im Verkehrs- und
Logistiksektor sowie im Baugewerbe rechnen 3,8 beziehungsweise 1,5 Prozent der Mittelständler
mit dem Aus (das entspricht jeweils 5.600 Unternehmen).
Diese zu befürchtende Entwicklung dürfte zweifelsfrei auch zu einem Anstieg der
Firmeninsolvenzen in den nächsten 6 bis 12 Monaten führen.
Anders dürfte es auch bei den Verbraucherinsolvenzen nicht aussehen, auch wenn
mittelfristig nochmals Rückgänge zu erwarten sind. Dies wird jedoch größtenteils an
den Änderungen der Insolvenzordnung im Bereich Verbraucherinsolvenz und
Restschuldbefreiung liegen. Langwierige und auch wegen der Nullquote überflüssige
Verbraucherinsolvenzverfahren werden entfallen und durch ein Entschuldungsverfahren
für "mittellose Schuldner" ersetzt werden.
Dieses Verfahren wird für die
betroffenen Schuldner wesentlich langwieriger sein, denn die Entschuldung soll erst
nach acht Jahren erfolgen, im Gegensatz zum Restschuldbefreiungsverfahren mit
sechs Jahren.
Die Detailzahlen zum Bereich der Firmeninsolvenzen (einschließlich Branchenaufteilung,
Aufteilung nach Gerichtsbezirken, betroffenem Gesamtumsatz und
betroffener Arbeitsplätze), der Insolvenzen ehemals Selbstständiger und der Verbraucherinsolvenzen
können Sie den folgenden Tabellen entnehmen:
Firmeninsolvenzen 1. Halbjahr 2008 / 2007 PDF-Datei (200 KB)
Insolvenzen ehemaliger Selbstständiger 1. Halbjahr 2008 / 2007 PDF-Datei (244 KB)
Verbraucherinsolvenzen 1. Halbjahr 2008 / 2007 PDF-Datei (150 KB)
Untersuchung und Statistik :
David Dimmig und Julia Müller
Creditreform Trier, 11.07.2008
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