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Insolvenzvergleichsanalyse der Jahre 2007 / 2006 für die Region Trier (ehem. Regierungsbezirk Trier)

15,2% weniger Firmeninsolvenzen in der Region
Rückgang auch bei den Privatinsolvenzen in 2007

Trier, 17.01.2008

 

Wie bereits in den Vorjahren hat Creditreform Trier die Insolvenzzahlen für die Region Trier im Bereich der Unternehmensinsolvenzen, Verbraucherinsolvenzverfahren und sonstigen Insolvenzen untersucht und mit dem Bundestrend sowie den Vorjahreszahlen verglichen.

Insgesamt waren im Bundesgebiet in 2007 24.490 Firmeninsolvenzen zu verzeichnen. Dies bedeutet einen bundesweiten Rückgang von 10,4 %. Mit 15,2 % weniger Unternehmensinsolvenzen in 2007 steht die Region Trier (ehemaliger Regierungsbezirk Trier) gegenüber dem Bundesvergleich gar noch besser da. In den drei Insolvenzgerichtsbezirken Bitburg, Trier und Wittlich wurden im letzten Jahr insgesamt 159 Firmeninsolvenzen (eröffnete Verfahren oder Abweisung mangels Masse) registriert.

Deutlich wurde die Erholung auch im Bereich des Bau- und Baunebengewerbes, wo in 2007 lediglich 16 Insolvenzen (Vorjahr 26) zu vermelden waren.

Bedingt durch ein Weniger an Unternehmenspleiten in der Region war auch ein Rückgang im Bereich des betroffenen Umsatzvolumens zu verzeichnen. War in 2006 noch ein Umsatzvolumen von 165,5 Mio. €  tangiert, so belief sich dies in 2007 auf lediglich 120,8 Mio. €. Dem gegenüber waren jedoch in 2007 mit 1.239 Arbeitsplätzen im Vergleich zum Vorjahr (1.095 Arbeitsplätze) mehr Arbeitnehmer in ihrem Job bedroht. Die umsatzträchtigste Insolvenz in 2007 war sicherlich die der Tectro-Gruppe in Saarburg mit einem Umsatzvolumen von über 22 Mio. €. Von den dort durch die Insolvenz bedrohten Arbeitsplätzen (immerhin seinerzeit über 200) konnte ein Großteil durch die zwischenzeitlich am Markt tätige Auffanggesellschaft erhalten bleiben. Dem gegenüber gingen bei der Pleite des Hotel- und Badeparks Vulkamaar in Stadtkyll mit rund 80 Jobs wohl die meisten Arbeitsplätze verloren.

(Anzumerken bleibt, dass bei der Anzahl der Unternehmensinsolvenzen 2007 die Verfahren Hochwald Türen in Kell und bks-label in Wittlich statistisch noch keine Berücksichtigung finden, da die Eröffnung der Verfahren erst in 2008 erfolgt.)

Im Bereich der Privatinsolvenzen brachte das Jahr 2007 mit 109.330 Verbraucherinsolvenzverfahren einen neuen Negativrekord (Anstieg um 18,3 % gegenüber dem Vorjahr). Erfreulich hingegen ist die Entwicklung in der Region Trier. Mit 447 eröffneten Verbraucherinsolvenzverfahren (gerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren sind nicht mitgerechnet) ist gegenüber dem Vorjahr (471 eröffnete Verfahren) ein Rückgang von 5,1 % zu vermelden.

Nach Kreisen betrachtet war die Stadt Trier mit 120 Privatinsolvenzen (Vorjahr 125) erneut negativer Spitzenreiter. Die wenigsten Verbraucherinsolvenzen gab es wie im Vorjahr im Kreis Vulkaneifel (Daun) mit 45 privaten Pleiten.

Von den insgesamt 447 Verbraucherinsolvenzen der Region wiesen bereits 284 Per-sonen (63,5 %) vor Insolvenzeröffnung harte Negativmerkmale (Eidesstattliche Versicherung oder Haftanordnung zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung) auf.

Bemerkenswert ist auch, dass von den Verbraucherinsolvenzen in 2007 nach Creditreform-Untersuchungen mindestens 41 Ehepaare mit beiden Partnern betroffen sind.

Im Bereich der ehemals Selbstständigen waren in 2007 insgesamt 68 Verfahren (Eröffnungen oder Abweisungen mangels Masse) zu verzeichnen. Im Vergleich zu 2006 (71 Verfahren) ergibt dies einen Rückgang um 4,2 %.

Die Anzahl der Nachlassinsolvenzen belief sich in 2007 auf 11 Verfahren (im Vorjahr 10).

Fazit

Im Bereich der Unternehmensinsolvenzen bleibt nicht nur bundesweit abzuwarten, wie sich einerseits Aufschwung und andererseits höhere Öl- und Rohstoffkosten, der starke Euro und die restriktivere Kreditvergabe (auch bedingt durch den Dominoeffekt der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt) auswirken. Auch führende Kreditversicherer haben bereits eine Prämienerhöhung von Neuverträgen angekündigt.

Bundesweit ist ein Ende des Anstiegs der Insolvenzen von Privatpersonen nicht absehbar, allein weil in Deutschland über 7 Mio. Erwachsene mittlerweile als überschuldet gelten. Mit der erneuten Reform der Verbraucherinsolvenz (geplant ist ein Inkrafttreten Mitte 2008) wird ein weiterer Anstieg der Anträge auf Restschuldbefreiung erwartet, weil die Wohlverhaltensperiode für völlig mittellose Schuldner durch überspringen des eigentlichen Insolvenzverfahrens faktisch verkürzt wird.

Da die Region Trier im Vergleich zum Bundesdurchschnitt jedoch eine geringere Schuldnerquote aufweist, ist regional eher mit verhaltener Reaktion und damit Veränderung der Privatinsolvenzzahlen zu rechnen.

Die Detailzahlen und diverse Statistiken entnehmen Sie bitte der beigefügten PDF-Datei.

Weitere Informationen:

Guido Joswig
Inkasso- und Vertriebsleitung
Creditreform Trier Eberhard KG
Tel.: 0651-147 15 – 51
Fax: 0651-147 15 – 350
e-mail: service@trier.creditreform.de
Internet: www.creditreform-trier.de



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