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Schuldneratlas Region Trier

Verschuldenssituation auf Kreis- und Postleitzahlebene

Trier, 12.12.2007

CEG und microm haben 2007 zum fünften Mal in Folge die Überschuldungssituation von Privatpersonen analysiert. Der bundesweite SchuldnerAtlas ist von Prof. Dr. H. Rödl in einer Pressekonferenz am 9.11. in Düsseldorf vorgestellt worden und hat ein enormes Echo in den Medien gefunden. Mit Hilfe der Schuldnerquoten, das heißt dem Anteil der Personen mit so genannten Negativmerkmalen im Verhältnis zu allen Personen ab 18 Jahren, kann die Überschuldung in ihrer geographischen Verteilung bis hin auf Postleitzahlenebene oder bis auf die Ebene von Straßenabschnitten dargestellt werden. Die Negativmerkmale setzen sich zusammen aus den aktuell vorliegenden juristischen Sachverhalten (Haftanordnung zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung, Abgabe der EV oder Privatinsolvenz), unstrittigen Inkassofällen und Zahlungsstörungen.

Mehr Schuldner in Trier trotz der Belebung auf dem Arbeitsmarkt – wie passt das zusammen? Um aus der Schuldenfalle herauszukommen braucht der Schuldner oft Jahre. Die Entwicklung der überschuldeten Privatpersonen hinkt der Konjunktur stets hinterher.

Die Ergebnisse für das Jahr 2007 sind erschreckend. Die Zahl der negativen Eintragungen im Schuldnerregister im Vergleich zum Vorjahr ist gestiegen.
Die Gründe für die Zahlungsschwierigkeiten sind seit Jahren gleich: Arbeitslosigkeit, Trennung, überhöhter Konsum, Kaufen auf Kredit. Die vom Handel angebotenen Null-Prozent-Finanzierungen sind dabei eine riesige Verführung. Sobald dann ein Sandkorn in das finanzielle Gefüge kommt, fangen die Probleme an. Mittlerweile gibt es sogar schon den Urlaub auf Pump. Heute Reisen, morgen bezahlen. Dies oder ähnliche Lockangebote hat es vor Jahren am Markt nicht oder nicht in diesem Umfang gegeben.

Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland hat auch 2007 weiter zugenommen. Der Anstieg der gesamtdeutschen Schuldnerquote wird allerdings schwächer. Für die Bundesrepublik wurde zum Stichtag 1. Oktober 2007 eine Schuldnerquote von 10,9 Prozent (Vorjahr: 10,7 Prozent) ermittelt. Das heißt, rund 7,3 Millionen Bewohner Deutschlands oder mehr als jeder zehnte erwachsene Einwohner gelten als überschuldet oder weisen zumindest nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Im Vergleich zu 2006 sind weitere 150.000 Schuldner hinzugekommen – ein Zuwachs von 2,1 Prozent. Im Jahr davor war der Anstieg mit 170.000 Betroffenen noch etwas höher.

Ein weiterer Besorgnis erregender Trend: Die Überschuldungsbetroffenheit bei den Jüngeren steigt stark an. Mittlerweile sind mehr als ein Prozent aller unter 20-jährigen überschuldet. Die Schuldnerquote bei den 20- bis 29-jährigen liegt 2007 bereits bei 8,6 Prozent. Innerhalb von nur drei Jahren ist dieser Prozentsatz um 1,1 Punkte angestiegen. Ältere Personen, insbesondere die Altersgruppe der 40- bis 49-jährigen, verzeichnen im gleichen Zeitraum einen Rückgang der Schuldnerquote. Junge Erwachsene sind von einer anhaltenden Zahlungsunfähigkeit im sozialen Umfeld stark betroffen. Diese negativen Erfahrungen, verbunden mit einer mangelnden Teilhabe an Bildungsangeboten, werden generationsübergreifend weitergegeben.

Betrachtet man die Verschuldenssituationen nach Kreisen so ist in der kreisfreien Stadt Trier mit 11,91 % die höchste Schuldnerquote zu verzeichnen. Die niedrigste Schuldnerquote hat der Kreis Trier-Saarburg mit 7,30 %

Negativer Spitzenreiter der Region Trier (ehemaliger Regierungsbezirk Trier) auf Postleitzahlenebene ist die Gemeinde Hallschlag in der Eifel an der Grenze zu Nordhrein-Westfalen mit einer Verschuldensquote von 18,10 %, gefolgt von Jünkerath (ebenfalls Eifel) mit 15,58 % sowie den beiden Trierer Postleitzahlengebieten 54292 (insbesondere mit Trier-Nord) und 54294 (einschließlich Trier-West) mit jeweils 15,11 %. (Die Schuldnerquote der Stadt Trier insgesamt beläuft sich auf 11,91 %.)

Weitere „rote Flecken“ auf der Schuldnerlandkarte sind Birresborn, Spangdahlem, Hermeskeil und Traben-Trarbach.

„Grüner“ Spitzenreiter mit der niedrigsten Schuldnerquote ist die Gemeinde Pellingen (Kreis Trier-Saarburg) mit 4,32 %, gefolgt von Pluwig (Trier-Saarburg) mit 4,48 % und Üttfeld (Bitburg-Prüm) mit 4,58 %.

Weitere Informationen:

Guido Joswig
Inkasso- und Vertriebsleitung
Creditreform Trier Eberhard KG
Tel.: 0651-147 15 – 51
Fax: 0651-147 15 – 350
e-mail: service@trier.creditreform.de
Internet: www.creditreform-trier.de



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