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Firmeninsolvenzen in 2008 in der Region (noch) rückläufig
Firmeninsolvenzen in 2008 in der Region (noch) rückläufig
Region Trier besser als der Bundestrend – auch weniger Privatinsolvenzen
Trier, 29.01.2009
Insolvenzvergleichsanalyse 2008 / 2007 für die Region Trier (ehem. Regierungsbezirk Trier)
Wie bereits in den Vorjahren hat Creditreform Trier die Insolvenzzahlen für die Region Trier im Bereich der Unternehmensinsolvenzen, Verbraucherinsolvenz-verfahren und sonstigen Insolvenzen untersucht und mit dem Bundestrend sowie den Vorjahreszahlen verglichen.
Dass die Region Trier sich gegenüber bundesweiten Insolvenzentwicklungen meist stabiler darstellt, haben bereits auch die Insolvenzuntersuchungen der letzten Jahre gezeigt. Breit aufgestellt und damit nicht so branchenanfällig, aber auch die Nähe zu Luxemburg, dürften dabei die Hauptgründe sein, dass die Pleitenentwicklung der Region dem Bundestrend meist „hinterherhinkt“ und dabei insbesondere nicht die Negativwerte bundesweiter Entwicklungen erreicht.
So ist auch im Bereich der Firmeninsolvenzen entgegen dem Bundestrend (+ 2,2 %) in der Region Trier in 2008 gegenüber dem Vorjahr (noch) ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Waren von den Insolvenzgerichten in 2007 noch 156 Firmenpleiten (eröffnete Insolvenzverfahren oder Abweisungen mangels Masse) zu vermelden, so sind es in 2008 153, was einem geringen Rückgang von 1,92 % entspricht.
Leider ist im Bereich der von den Insolvenzen betroffenen Arbeitsplätze erneut eine Steigerung zu verzeichnen, was sich sicherlich auch in der aktuellen Arbeitsmarktsituation widerspiegelt. Waren in 2007 „nur“ 1.130 Arbeitnehmer betroffen, so sind es in 2008 nach Creditreform-Untersuchungen immerhin 1.489 Arbeitsplätze. Eine wesentliche Rolle spielen hier die Insolvenzen der Hochwald-Türenwerke in Kell, bks label in Wittlich, und Glas- u. Gebäudereinigung Sommer (einschließlich Catering rund 350 Beschäftigte) in Dudeldorf, mit teils weit über 100 Mitarbeitern. Der Kreis Bitburg-Prüm war folglich mit den meisten Arbeitsplätzen betroffen (609), gefolgt von Bernkastel-Wittlich (404) und Trier-Saarburg (249). Die wenigsten Arbeitnehmer (67) hatten im Kreis Vulkaneifel Kontakt mit einem Insolvenzverwalter ihres Arbeitsgebers.
Betrachtet man die Insolvenzen nach betroffenen Umsatzgrößen (in der Region insgesamt 155,89 Mio. €), so trifft es den Kreis Bernkastel-Wittlich besonders hart. Insgesamt sind dort Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von 49,70 Mio. € in die Insolvenz gegangen, gefolgt vom ansonsten immer gut abschneidenden Kreis Vulkaneifel (betroffenes Umsatzvolumen: 35,88 Mio. €); dort schlägt allerdings der Reifengroßhändler Leka in Densborn allein mit über 35 Mio. € zu Buche.
Im Bereich der ehemals Selbstständigen waren in 2008 insgesamt 71 Verfahren (Eröffnungen oder Abweisungen mangels Masse) zu verzeichnen. Im Vergleich zu 2007 (67 Verfahren) ergibt dies eine Steigerung von 5,97 %.
Ein leichter Anstieg ist in der Region allerdings im Bereich der Privatinsolvenzen zu vermelden (+ 1,35 % gegenüber 2007). Hier sieht der Bundestrend mit einem Rückgang von 6,5 % deutlich besser aus. Hier „hinkt“ die regionale Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen wohl der bundesweiten Entwicklung noch etwas hinterher, denn insgesamt ist die Überschuldung von Privatpersonen (wie Creditreform Trier bereits im November berichtete) in der Region Trier in 2008 in allen fünf Kreisen zurückgegangen.
Insgesamt wurden in 2008 in der Region 449 Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet (Vorjahr 443). Die meisten davon, wie auch in den Vorjahren, im Bereich der Stadt Trier (143, damit ein Anstieg um 20,17 %), gefolgt vom Kreis Bernkastel-Wittlich (99) und Bitburg-Prüm (88). Die wenigsten Privatinsolvenzen waren erneut im Kreis Vulkaneifel (35) zu verzeichnen. Insgesamt sind nach Creditreform-Untersuchungen in der Region mindestens 42 Ehegemeinschaften mit beiden Partnern betroffen.
67,93 % der von einem eingeleiteten Privatinsolvenzverfahren betroffenen Personen waren bereits vor Einleitung dieses Verfahrens mit sogenannten „harten Negativmerkmalen“ (wie Eidesstattliche Versicherung, Haftanordnung der Eidesstattlichen Versicherung und/oder zahlreichen unerledigten Vollstreckungsverfahren) behaftet.
Es bleibt abzuwarten, ob sich die einerseits branchenmäßig breit und gut aufgestellte Region gegenüber der Wirtschaftskrise in der Insolvenzentwicklung noch mit einem „blauen Auge“ aus der Affäre ziehen kann. Mit einem Anstieg der Unternehmenspleiten in 2009 muss allerdings auch hierzulande gerechnet werden.
Ohne den Abschwung wäre sicherlich auch in der Region Trier im Bereich der Verbraucherinsolvenzen langsam die „Spitze des Eisbergs“ erreicht. Doch auch hier kann befürchtet werden, dass die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt und die Verbraucher allgemein einen kleinen „Rattenschwanz“ an Privatinsolvenzen nach sich ziehen.
Weitere Tabellen und Diagramme zur Insolvenzuntersuchung stehen Ihnen hier als pdf-Dokument zur Verfügung.
Untersuchung u. Statistik: David Dimmig, Creditreform Trier, 29.01.2009
Rückfragen an Guido Joswig, Creditreform Trier, Tel. +49 / 0651 / 14715-60 oder per Mail unter service@trier.creditreform.de
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