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Entwicklung der Konkurse in Luxemburg 2011
Entwicklung der Konkurse in Luxemburg 2011
Erneut leichter Anstieg der Konkurse in Luxemburg auf Rekordniveau Erfreulicher Rückgang der Konkurse bei Neugründern Weiterhin Unternehmen mit einem Alter von über 5 Jahren stärker betroffen
Niederanven/Luxemburg - Trier, 05.01.2012
Traditionell hat Creditreform Luxemburg die Konkurszahlen für das Großherzogtum Luxemburg untersucht und mit den Zahlen aus dem Vorjahr verglichen.
Mit insgesamt 961 Firmenzusammenbrüchen erreicht in 2011 das Konkursgeschehen in Luxemburg erneut eine bis dahin noch nicht erreichte Größenordnung, auch wenn die Vorjahreszahl von 918 lediglich um 4,68 % überschritten wird.
Zum Vergleich: Während in Frankreich und Belgien ebenfalls Steigerungen zu verzeichnen sind, sind in der Region Trier, wie in ganz Deutschland, die Firmeninsolvenzen in 2011 gegenüber dem Vorjahr um über 5 % zurückgegangen. Die vollständige Untersuchung zum Insolvenzgeschehen in Europa wird Creditreform am 07.02.2012 veröffentlichen.
Die Zahl der in Konkurs gegangenen Unternehmen mit einem Alter von über 5 Jahren hat sich weiter erhöht. Waren in 2010 "lediglich" 535 Unternehmen, so stieg die Zahl 2011 auf 626 Firmen. Damit stieg der prozentuale Anteil an den gesamten Konkursen der Firmen mit einem Alter von über 5 Jahren von knapp 59 % auf fast 66 %. Diese in Europa singuläre Entwicklung setzt sich beschleunigt fort. Dagegen ist der Konkursanteil von Unternehmen die jünger als 5 Jahre sind von 42 % im Jahre 2010 auf 35 % im Jahr 2011 (383 auf 335) zurückgegangen. Hier zeigt sich eine im europäischen Vergleich größere Stabilität der Neugründer, was ein Erfolg der zahlreichen Gründungsinitiativen des Luxemburger Staates sein dürfte.
Betrachtet man das Konkursgeschehen nach den zuständigen Gerichtsbezirken, so ist in Luxemburg mit 861 Konkursen (Vorjahr 810) eine prozentuale Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 6,3 % zu verzeichnen. Im Gerichtsbezirk Diekirch sind die Verfahren um 7,41 % zurückgegangen (100 in 2011 gegenüber 108 im Vorjahr). Erneut sind die wenigsten von einem Konkurs betroffenen Unternehmen dem produzierenden Gewerbe zuzuordnen. Lediglich 1,14 % Anteil am Gesamtkonkursgeschehen in Luxemburg entfallen auf diesen Bereich.
Zurückgegangen sind die Konkurse auch in den Bereichen Bau (-8,70 %) und Handel (- 12,89 %). Lediglich die breitgefächerte Dienstleistungsbranche hat mit einem Plus von 18,01 % zugelegt.
Für Schlagzeilen sorgte im vergangenen Jahr die Pleite des Baukonzerns Socimmo, bei der rund 470 Jobs betroffen waren. Weitere rund 100 Arbeitsplätze waren vom Bankrott der 1968 gegründeten Bauunternehmung Pedinottie & Cie. S.a.r.l. in Esch-sur-Alzette (Jahresumsatz ca. 9,6 Mio. EUR) tangiert. Spektakulär war auch der Konkurs von zwei Firmen der finnischen Elcoteq-Gruppe (Elektronik-Konzern) mit zwar lediglich 17 Mitarbeitern aber einem Umsatzvolumen von 831 Mio. EUR.
Wirft man einen Blick auf die Rechtsformen der Unternehmen so ist festzustellen, das die im Vorjahr noch mit einem starken Anstieg vertretenen Aktiengesellschaften (S.A.) sind mit 386 Konkursen (Vorjahr 387) 2011 im Konkursgeschehen leicht rückläufig sind. Die GmbH (S.a.r.l.) mit 548 Verfahren und einer Steigerung um 10,71 % (495 Konkurse in 2010) stellt weiterhin den größten Anteil der betroffenen Rechtsformen dar.
Herbert Eberhard
Creditreform Luxembourg S.A.
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