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Entwicklung der Konkurse in Luxemburg 2010
Entwicklung der Konkurse in Luxemburg 2010
Rekordinsolvenzen in Luxemburg / Anstieg der Konkurse um über 30 % / Vor allem Kleinstunter- nehmen betroffen
Luxemburg , Trier, 26.01.2011
Wie in den vergangenen Jahren hat Creditreform Luxemburg die Konkurszahlen für das Großherzogtum Luxemburg untersucht und mit den Vorjahreszahlen verglichen.
Mit insgesamt 918 Firmeninsolvenzen erreicht das Konkursgeschehen in Luxemburg eine bis dahin noch nicht erreichte Dimension und übertrifft die Vorjahresanzahl um 31,52 %. Zwar enthalten die Konkurszahlen auch einige "Briefkastenfirmen", mit ca. 800 bis 850 Konkursen operativer Firmen werden jedoch die bisherigen Rekordjahre (2001 mit 741 und 2009 mit 698 Konkursen) übertroffen.
Zum Vergleich: In Deutschland sind die Firmeninsolvenzen in 2010 gegenüber dem Vorjahr um 2,5 % zurückgegangen und in der benachbarten Region Trier sogar um rund 3 %. Im Nachbarland Frankreich ist nach neuesten Untersuchungen von Creditreform ebenfalls ein Rückgang der Konkurse um ca. 5 % zu vermelden, in Belgien ist lediglich ein Anstieg um rund 2,5 % zu verzeichnen. (Die vollständige Untersuchung zum Insolvenzgeschehen in Europa wird Creditreform am 08.02.2011 veröffentlichen.)
Die meisten der von einem Konkurs betroffenen Firmen waren kleine bis kleinste Unternehmen ohne einen besonderen Status am Markt mit Mitarbeiterzahlen von 1 bis 5 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von bis zu maximal 2 Mio. EUR. Deshalb dürften sich die Schäden, was Umsatzeinbrüche und Arbeitsplatzverluste in Luxemburg betrifft, in Grenzen halten.
Kräftig zugelegt hat im Konkursgeschehen der Bereich Handel mit einem Anstieg von über 51 % gegenüber dem Vorjahr, von 189 auf insgesamt 287 Konkurse in 2010 sowie die breitgefächerte Dienstleistungsbranche, die gegenüber dem Vorjahr um über 31 % zugelegt hat. Im Bereich Dienstleistungen waren insgesamt 522 Unternehmen von einem Konkurs betroffen (Vorjahr 397).
In der eigentlich stabilen Baubranche hat sich die Zahl der Insolvenzen geringfügig reduziert. Nach einem Anstieg in 2009 gingen die Konkurse der Baubetriebe in 2010 um ca. 4 % zurück. Auch hier waren vor allem Kleinbetriebe betroffen.
Erneut die wenigsten von einem Konkurs betroffenen Unternehmen sind dem produzierenden Gewerbe zuzuordnen. Lediglich 1,87 % Anteil am Konkursgeschehen in Luxemburg entfallen auf diesen Bereich.
Das Alter der in Konkurs gegangenen Unternehmen hat sich nur geringfügig verändert. Bemerkenswert ist weiterhin der hohe Anteil von Unternehmen mit einem Alter von über 5 Jahren (58,28 %), vor allem aus dem Bereich Handel.
Stark zugelegt bei den Konkursen haben die Aktiengesellschaften (S.A.) mit einer Steigerungsrate von fast 62 % gegenüber dem Vorjahr. Diese nehmen mit 387 Konkursen (Vorjahr 239) neben der GmbH (S.a.r.l.) mit 495 Verfahren (438 in 2009) den größten Anteil unterteilt nach Rechtsform ein.
Betrachtet man das Konkursgeschehen nach den zuständigen Gerichtsbezirken, so ist in Luxemburg mit 810 Konkursen (Vorjahr 613) die die prozentuale Steigerung gegenüber dem Vorjahr über 32 % am stärksten. Im Gerichtsbezirk Diekirch sind die Verfahren um 27 % angestiegen (108 in 2010 gegenüber 85 im Vorjahr).
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