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Förderung der Finanzkompetenz junger Menschen von Nöten

Trier, 31.08.2011

Immer mehr junge Menschen geraten immer schneller in die Schuldenfalle, so die Analysen des "SchuldnerAtlas Deutschland", der seit 2003 die Überschuldung von Verbrauchern in Deutschland untersucht. Allein 2010 nahm die Zahl von überschuldeten Personen in der Personengruppe unter 20 Jahre um rund 54.000 Fälle zu (plus 38 Prozent). Und im Vergleich 2004 / 2010 hat sich die Häufigkeit junger Überschuldung um rund 144.000 Fälle auf 197.000 Betroffene erhöht (plus 270 Prozent).

Gründe und Auslöser für Überschuldungsprozesse bei Jung und Alt sind vielfältig und universell beobachtbar. Sie reichen von Arbeitslosigkeit, Problemen bei der Haushaltsführung, riskanten Kreditaufnahmen über freizügig gewährte Teilzahlungs- und Leasingangebote bis hin zu grenzenlosen Online-Shopping-Touren und ausufernden Handykosten.

Zudem wird von Fachleuten häufig ein mangelhaftes Wissen um finanzielle Zusammenhänge genannt, das, zusammen mit Leichtfertigkeit, in die Schuldenfalle führt. Einige Experten sprechen gar von einem grassierenden "finanziellen Analphabetismus" und meinen, dass viele und vor allem auch junge Menschen einfach nicht gelernt hätten, mit Geld umzugehen – weder in der Schule, noch im Elternhaus.

Als Universallösung wird daher häufig der Erwerb von Finanzkompetenz zur Vorbeugung von Überschuldung, vor allem bei jungen Menschen, gesehen. Der geschulte Umgang mit Geld wird hierbei als eine Schlüsselqualifikation und Grundlage für eine ausgewogene und verantwortungsvolle Haushalts- und Lebensführung verstanden. Eine wesentliche Frage ist allerdings, wer für die Vermittlung von Finanzkompetenz verantwortlich ist beziehungsweise wer diese am besten vermitteln kann.

Eine repräsentative Umfrage der CEG Creditreform Consumer GmbH Anfang des Jahres zeigte, dass nahezu alle Befragten (95 Prozent) der Meinung sind, dass sich die Eltern mehr um die Finanzkompetenz ihrer Kinder kümmern müssten. 85 Prozent hingegen antworteten, dass Fernsehen, Presse und Radio intensiver und zielgruppengerechter über das Thema Finanzen berichten sollten, um mangelnder Finanzkompetenz bei jungen Menschen vorzubeugen.

Acht von zehn Befragten (81 Prozent) sind der Auffassung, dass das Wissen um Geld, Kredite und Bankgeschäfte als eigenständiges Fach in den Schulunterricht gehöre. Knapp die Hälfte der Verbraucher (47 Prozent) ist der Meinung, dass junge Menschen schon im Kindergarten über die Themen Geld, Kredite und Bankgeschäfte informiert werden sollten.

Fazit: Der fehlenden Finanzkompetenz und den damit einhergehenden Überschuldungsrisiken kann nach Meinung der befragten Verbraucher nur durch eine aufeinander abgestimmte Aktion durch Eltern, Medien und Schulen ernsthaft und zielorientiert begegnet werden. Überschuldung wird als gesellschaftliches Problem empfunden, das früh und auf unterschiedlichen Ebenen angegangen werden muss.

Anmerkung: Das Thema "Finanzkompetenz" fortführen wird der nächste "SchuldnerAtlas Deutschland 2011“. Er erscheint am 03. November 2011.



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