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Entwicklung der Konkurse in Luxemburg 2009

Anstieg der Konkurse in Luxemburg um 18,31% - Dennoch weniger Firmenpleiten als in Folge der Krise erwartet – Anteil der Unternehmen jünger als 5 Jahre nimmt zu

Niederanven, 22.01.2010

Wie bereits in den Vorjahren hat Creditreform Luxemburg die Insolvenzzahlen für das Großherzogtum Luxemburg untersucht und mit den Vorjahreszahlen verglichen.

Zwar sind im Großherzogtum die Konkurse in 2009 gegenüber dem Vorjahr um 18,31 % angestiegen; dennoch fällt die Steigerung geringer aus, als man in Folge der Krise erwarten konnte. Zum Vergleich: in Deutschland sind die Firmeninsolvenzen in 2009 gegenüber dem Vorjahr um gut 16 % angestiegen und in der benachbarten Region Trier um fast 12 %.

Insgesamt waren in 2009 in Luxemburg 698 (Vorjahr 590) Konkurse zu verzeichnen. Dies ist der höchste Wert seit 2001 (741 Konkurse). Insbesondere der Anstieg der Konkurse im Bereich des Bezirksgerichts Luxemburg Ende 2008 und Anfang 2009 ließ zweitweise einen Anstieg der Insolvenzen Richtung 30 % erkennen. Hier hat dann die Krise letztendlich doch nicht so hart zugeschlagen, wie tendenziell zu befürchten war, was für 2010 auch für die Schwarzmaler ein Lichtstreif sein dürfte.

Eine der namentlich spektakulärsten Insolvenzen im Großherzogtum war sicherlich die der Lehman Brothers Luxembourg Equitiy Finance S.A. im Februar 2009.

Doch auch noch weitere Konkurse sorgen in Luxemburg für Schlagzeilen. So der Konkurs der HSO Motors Europe Sarl, die sich um das  Marketing und die einheitliche Markeneinführung des in China produzierten PKW's "Brilliance"  nkümmern sollte. Der Umsatz belief sich zuletzt auf rund 5 Mio. Euro. Das operative Geschäft und die europaweite Ersatzteilversorgung wurden bereits Anfang 2009 von der "Brilliance Motors Deutschland GmbH" in Bremerhaven übernommen.

Auch das alteingesessene Transportunternehmen Laubach & Fils Sarl in Diekirch (87 Mitarbeiter, Umsatz 6.5 Mio. EUR) aus der Laubach-Gruppe sowie das Vermarktungsunternehmen des in Trier und Luxemburg bekannten Unternehmers Sven Herzog  Regie 1 Sarl in Wasserbillig, das als Werbe- und Buchungsagentur für die Vermittlung von Radio- und Fernsehwerbung sowie von Sendezeiten, u.a. für die "RTL"-Gruppe tätig war, sorgten für Aufsehen.

So war die breitgefächerte Dienstleistungsbranche anteilmäßig mit 56,88 % am Gesamtkonkursgeschehen in Luxemburg am stärksten betroffen. Die Steigerung in dieser Branche gegenüber 2008 beläuft sich auf 28,48 %.

Den deutlichsten prozentualen Anstieg der Konkurse hat das sonst sehr stabile Baugewerbe zu vermelden. Zwar liegt der Anteil des Baugewerbes an allen Konkursen in Luxemburg in 2009 nur bei 13,75 % (Deutschland 16,2 % und Region Trier 14,12 %), dennoch ist in diesem Bereich ein Anstieg der Konkurse von 71 auf 96 Verfahren, und damit um 35,21 %, zu verzeichnen.

Erneut die wenigsten von einem Konkurs betroffenen Unternehmen sind dem produzierenden Gewerbe zuzuordnen, nämlich lediglich 2,29 %, damit deutlich weniger als beispielsweise in Deutschland (10,2 %) und der Region Trier (10,0 %).

Einen Rückgang an Konkursen hat indes der Handel zu verzeichnen, der an den Gesamtinsolvenzen einen Anteil von 27,08 % (Vorjahr 33,39 %) ausmacht. In 2009 mussten insgesamt 189 Handelsunternehmen den Weg zum Konkursrichter gehen (2008 197), somit 4,06 % weniger als im Vorjahr. Dennoch liegt der prozentuale Anteil der von einem Konkurs betroffenen Handelsunternehmen in Luxemburg mit über 27 % höher als in Deutschland (21,8 %  und Region Trier 18,24 %).

Der Anteil der in Konkurs gegangenen Unternehmen mit einem Alter von unter 5 Jahren ist gestiegen. Waren dies in 2008 noch 39,83 %, so ist der Anteil der jungen Unternehmen in 2009 auf 42,26 % angestiegen. Hier zeigt sich langsam ein Strukturwandel.  Der Anteil der Unternehmen mit einem Alter über 5 Jahren lag in Luxemburg in der Vergangenheit immer bei oder über 60 %.

Betrachtet man das Konkursgeschehen nach den zuständigen Gerichtsbezirken Luxemburg und Diekirch, so sind zwar in Luxemburg mit 613 Konkursen (Vorjahr 527) die meisten Verfahren zu vermelden, doch die prozentuale Steigerung ist im Gerichtsbezirk Diekirch mit  34,92 % deutlich höher als im Bezirk Luxemburg (+ 16,32 %).

Weitere Informationen:

CREDITREFORM LUXEMBOURG S.A.
Herr Herbert Eberhard
Tel.: (+352) 263460
Fax : (+352) 263460-50
E-Mail: info@luxembourg.creditreform.lu



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